Auf dem Weg vom Kinde zum Erwachsenen gewinnt und verliert der Mensch bestimmte geistige Fähigkeiten. Dies berichten US-Forscher auf dem Jahrestreffen der Academy of Neurology in Denver.
Offenbar erweitern sich beim Heranwachsenden die Wissenskapazität und die Verständnisfähigkeit deutlich. Jedoch büßen Erwachsene dafür an der Fähigkeit ein, neue Laute und Sprachmuster zu erlernen. “Erwerb und Verlust” kognitiver Fähigkeiten spiegeln sich auch in der Veränderung entsprechender Hirnstrukturen wieder.
Diese vorläufigen Erkenntnisse gewann das Team um Gabrielle de Courten-Myers von der University of Cincinnati aus den Gehirnen von sechs verstorbenen 12- bis 17-Jährigen und fünf 17- bis 24-Jährigen. Je Hirnhälfte durchforstete das Team 43 Hirnregionen nach anatomischen Unterschieden zwischen Jugendlichen und Erwachsenen.
Die eigentlichen Unterschiede fanden sich in der Großhirnrinde. Bei den Erwachsenen waren die Zellkörper der so genannten Pyramidenzellen um fast 16 Prozent geschrumpft, was die Forscher auf einen Reifeprozess zurückführen. Ansonsten besaßen die Älteren eine minimal dickere Hirnrinde mit etwas höherer Nervenzellen-Dichte und stärker verzweigten Nervenzellen. Letztere Unterschiede sind aufgrund der geringen Anzahl der untersuchten Hirne jedoch wenig aussagekräftig.
Markus Batscheider





