Gezüchtete “Putzbienen” können den Einsatz von Pestiziden in Bienenstöcken deutlich senken. Die auf Hygiene getrimmten Tiere werfen kranke Bienenlarven aus dem Stock und halten so die Kolonie gesund. Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin “Journal of Economic Entomology” (Bd. 94, S. 326).
Marla Spivak und Gary Reuter von der Universität Minnesota ließen besonders putzwütige Bienenköniginnen einen Stock gründen. Dann setzten die Forscher mit der Milbe Varroa infizierte Bienenlarven in die Waben. Normale Bienenpopulationen werden dadurch zunehmend unproduktiver, und die Milben können die Kolonie in etwa zwei Jahren ausradieren. Die “ordentlichen” Bienen aber überstanden die Milbenattacke unbeschadet. Sie produzierten genauso viel Honig und Bienenwachs wie nicht infizierte Völker. Erst bei hohem Milbenbefall, wenn jede sechste Larve infiziert war, kamen die Putzbienen an ihre Grenzen.
Bienenzüchter verwenden gegen die sogenannte Kalkbrut teure Pestizide, die den Milben jedoch immer weniger anhaben können. Außerdem gelangen die Chemikalien immer wieder in den Honig. Putzwütige Bienenvölker könnten die Anzahl der Pestizidbehandlungen deutlich reduzieren, sagen die Forscher.
Marcel Falk





