Mit einer neuen und simplen Methode kann das Schlaganfall-Risiko bei Patienten mit Herzrhythmus-Störungen bestimmt werden. Das Verfahren ist von Forschern an der Washington University School of Medicine in St. Louis entwickelt worden. Es diene dazu herauszufinden, welcher Patient gerinnungshemmende Medikamente einnehmen sollte, so Brian F. Gage vom Barnes-Jewish Hospital?s blood thinner clinic.
Menschen mit unregelmäßigem Herzschlag haben ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen. Um den Schlaganfall zu vermeiden, müssen manche Patienten gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, so genannte Cumarine (in Deutschland Phenprocoumon). Das vermindert die Gefahr, dass Blutgerinnsel Gefäße im Gehirn verstopfen und einen Schlaganfall auslösen. Allerdings haben Patienten, die Cumarine nehmen müssen, ein relativ hohes Blutungsrisiko. Im Einzelfall die beiden Risken Schlaganfall und Blutung gegeneinander abzuwägen, war bisher teilweise sehr schwierig.
Gage und seine Kollegen entwickelten daher ein Bewertungssystem mit sechs Punkten, das jetzt auch im Journal of the American Medical Association veröffentlicht worden ist. Damit werden weitere individuelle Risikofaktoren für einen Schlaganfall wie Herzschwäche, Bluthochdruck, hohes Alter oder Diabetes mellitus bewertet. Weist ein Patient einen dieser Risikofaktoren auf, erhält er jeweils einen Punkt. Hat der Patient bereits früher einen Schlaganfall erlitten, erhält er zwei Punkte.
Nur wer auf null Punkte kommt, kann auf das Medikament verzichten. Ab einem Punkt wird von den Forschern ein Cumarin empfohlen. Bei sehr hohem Punktwert sei besondere Vorsicht geboten, so Gage und seine Mitarbeiter, etwa wenn der Patient aus anderen Gründen operiert werden muss.
Dr. Thomas Meißner





