Autofahrer pflegen ihr Fahrzeug besser, wenn sie beim Kauf glauben, dass es von guter Qualität ist. Qualitativ schlechter eingestufte Autos werden seltener gewartet und häufig vernachlässigt ? nicht zuletzt deshalb haben sie oft mehr Pannen. Zu diesem Einblick in die Psyche von Autofahrern kommt eine aktuelle Studie aus den USA.
Mit ihrem Verhalten unterliegen die Autobesitzer einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung, glaubt Edward Conlon von der University of Notre Dame. Erst durch ihr Verhalten schaffen sie die Voraussetzungen für das erwartete Ereignis. So haben Autos, bei denen sich wegen ihrer angeblich schlechten Qualität nach Ansicht des Besitzers die erforderliche Wartung nicht lohnt, logischerweise häufiger technische Ausfälle.
Bei Autos, die vermeintlich von hoher Qualität und Verlässlichkeit sind, erscheint es Autofahrern dagegen folgerichtig, für diese auch ausreichend zu sorgen. Nicht zuletzt aus harten wirtschaftliche Gründen: Wer ein Vermögen in ein Auto investiert, versucht durch regelmäßige Wartung den Wert seiner Investition möglichst lange zu erhalten. Conlon und seine Kollegen hatten Wartungs- und Reparaturdaten verschiedener Autowerkstätten ausgewertet. Sie ergänzten die Daten durch Angaben von Autobesitzern und von Verbraucherorganisationen.
Das Verhalten der Autobesitzer wirke sich letztlich auch auf das Image einer Automarke und den Preis aus, so Conlon. Hersteller, deren Fahrzeuge im Vergleich zur Konkurrenz qualitativ schlechter abschneiden, sollten Autofahrern Anreize zur Wartung ihrer Fahrzeuge bieten. So lasse sich das Image der Marke langfristig verbessern oder halten. Die Forscher veröffentlichten ihre Studie jetzt in der Zeitschrift “Management Science”.
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Almut Bruschke-Reimer





