Jeder dritte Deutsche leidet einer Studie zufolge im Laufe eines Jahres mindestens einmal an einer psychischen Störung. Wie eine vom Robert Koch-Instituts vorgestellte Untersuchung ergab, hatten im Jahr 1998 rund 32 Prozent der 7.200 Befragten mindestens eine psychische Erkrankung.
Er habe derart hohe Zahlen erwartet, sagte der Studienleiter, Hans-Ulrich Wittchen vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie (München), das an der Untersuchung maßgeblich beteiligt war. Nur wenige wenden sich jedoch an einen Spezialisten. Etwa die Hälfte von der Betroffenen wies in den Interviews mehrere Symptome für psychische Krankheiten auf.
Am häufigsten sind der Studie zufolge Angststörungen mit 14,5 Prozent der Befragten. Es folgten affektive Störungen (vor allem Depressionen) mit 11,5 Prozent. Ebenfalls häufig seien chronische und psychosomatische Schmerzen. Frauen seien öfter psychisch krank als Männer, die häufiger unter Suchtkrankheiten litten. Die Krankheitsbilder sind laut Wittchen in allen Altersgruppen etwa gleich verteilt.
Die Studie habe zudem ergeben, dass psychische Störungen im Ost- Westvergleich fast gleichermaßen stark vertreten sind, sagte Wittchen. Die Behandlungsquote aus den neuen Bundesländern lag mit 17 Prozent jedoch deutlich niedriger als bei denen aus den alten mit 39 Prozent. Nach Angaben von Wittchen werden nur etwa 10 Prozent aller erfassten Betroffenen medizinisch richtig versorgt.
dpa





