Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen zwei australische Künstler auf die Problematik des Urheberschutzes auf lebende Wesen hinweisen. Sie beanspruchen das Urheberrecht auf 100 Millionen Telefonnummern. Wie das australische Online-Magazin The Age berichtet, haben Jon Drumm und Nigel Heyler für ein Musikstück namens “Magnus Opus” die Klangfolgen nachgebildet, die Telefonnummern erzeugen, wenn sie auf einem modernen Tonwahl-Telefon gewählt werden.
Geschützt sind genau genommen nicht die Nummern selbst, sondern die Melodien, die sie erzeugen. Damit, so sagen die beiden Künstler, wollen sie gegen das Bestreben der Industrie protestieren, die Grundbausteine des Lebens patentieren zu lassen – etwa die DNA von Lebewesen.
Wenn die Wirtschaft tatsächlich so sehr an die Patentierung von Selbstverständlichem glaube, so ihr Argument, dann müsse sie eben jetzt Lizenzgebühren zahlen. Auf einer Internetseite kann jeder Telefonbesitzer prüfen, ob seine Nummer zu den urheberrechtlich geschützten gehört. Wenn dem so ist, dann bekommt er einen Hinweis, dass er beim Wählen dieser Nummer einen Copyright-Verstoß begeht – und wird zur Kasse gebeten. Umgehen lässt sich das Problem nur, wenn man ein Uralt-Telefon oder ein altes Modem mit Pulswahl einsetzt, welches beim Wählen keine Tonfolge, sondern eine Serie von Impulsen erzeugt.
Einen zahlungswilligen Kunden haben die beiden Künstler nach eigenen Angaben bereits gefunden: Ein US-Amerikaner habe sich das Copyright für seine Telefonnummer sichern wollen, um unerwünschte Werbe-Anrufe künftig mit Hinweis auf die unlizenzierte Verwendung seiner Nummer abwürgen zu können.
pte/ddp





