Doch gerade jetzt, im Zeitalter des so genannten Web 2.0, also des “Mitmach-Internets”, bilden sich zahlreiche neue Aktivistengruppen. Die meist jungen Menschen vernetzen sich untereinander, um den friedlichen Druck auf die Regierung wieder zu verschärfen. Campact (für “Campaign” und “Action”) heißt eine dieser Gruppen. Mit allen modernen Mitteln, die das Internet bietet, organisiert sie den Widerstand. Nicht nur gegen Atomkraft, sondern auch gegen Grüne Gentechnik, Extremismus und Kriege, sowie für mehr soziale Gerechtigkeit und Bürgerrechte. Demos werden online verabredet, E-Mails ersetzen Briefe, miteinander diskutiert wird in Internetforen. Und jeder kann mit wenigen Mausklicks vom Bürostuhl aus protestieren, wenn er zu wenig Zeit für die Straße hat; die Botschaft landet direkt bei den Verantwortlichen. Das geht schneller, kostengünstiger, umweltfreundlicher und womöglich sogar effektiver als früher. Weit über 100000 Aktive haben sich bei Campact seit der Gründung 2004 bereits registriert, darunter auch viele ältere Menschen. Zahlreiche Erfolge wurden bereits errungen, zuletzt das Verbot von Genmais.
Der Kern der Campact-Mannschaft hat mein Alter. Auch meine Generation ist aus der Lethargie erwacht; und die nächste mischt schon kräftig mit. Vielleicht inspiriert unser Heft den ein oder anderen, ebenfalls mitzumachen.
Ihr
Jan Berndorff, stellv. Chefredakteur





