Der Monarchfalter erleide keinen bedeutsamen Schaden durch den Pollen von genetisch veränderten Maispflanzen, sagen amerikanische Forscher. Die vom US Agricultural Research Service (ARS) durchgeführte Studie ist in den aktuellen Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erschienen.
Die Raupen des Monarchfalters (Danaus plexippus) ernähren sich hauptsächlich von der Seidenpflanze (Asclepias curassavica). Das Kraut wächst häufig an den Rändern von Maisfeldern.
Genmanipulierter, so genannter Bt-Mais, trägt Gene des Bacillus thuringiensis in sich. Dadurch produziert er ein Toxin, das die Darmwand von Schadinsekten zerstört. Bewähren soll sich das Gift vor allem beim Maiszünsler (Ostrinia nubilalis). Dessen Larven entwickeln sich in Maispflanzen und richten große Ernteschäden an.
Forscher der Cornell University berichteten 1999, dass Bt-Mais auch die Raupen des Monarchfalters schädige, da diese die Maispollen auf den Blättern der Seidenpflanzen aufnehmen. Ähnliches berichteten ein Jahr später Wissenschaftler der Iowa State University: Die Sterberate der Larven des Monarchfalters versiebenfache sich, wenn diese von Seidenpflanzen fräßen, die in der Nähe von Bt-Maisfeldern wachsen.
Weltweit ist der Anbau von Bt-Mais sehr umstritten.
In Versuchen ermittelten die ARS-Forscher nun, wie viel Pollen nötig sei, um die Raupen des Monarchfalters zu schädigen. Dazu untersuchten sie das Fressverhalten der Raupen an Seidenpflanzen. Ein Teil der Blätter war mit Pollen sechs verschiedener Bt-Maissorten bestäubt, ein Teil mit genetisch nicht verändertem Maispollen und ein weiterer Teil gar nicht.
Richard Hellmich, Entomologe der Corn Insects and Crop Genetics Research Unit in Ames, Iowa und Leiter der Studie sagte: “Wir untersuchten das Larvengewicht und die Überlebensrate und es zeigte sich, dass erst große Pollenmengen überhaupt einen statistisch signifikanten Effekt hervorrufen.” Bei weniger als 1000 Pollenkörnern pro Quadratzentimeter Blattfläche entwickelten sich die Raupen normal. Bei höheren Werten blieben sie kleiner, überlebten aber genauso lange wie die Kontrolltiere. Der Mais Bt176 war schon ab Pollendichten von 10 Körnern pro Quadratzentimeter schädlich. Nach Angaben des ARS wird Bt176 nur noch bis 2003 verwendet.
Die Forscher wollten auch herausfinden, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Raupen in der Natur auf entsprechend große Mengen an Bt-Mais-Pollen treffen. Dazu untersuchten sie die Pollendichte in der Nähe von Maisfeldern. Nach Hellmich landeten selbst unter optimalen Bedingungen nur 30 Prozent der Maispollen auf der Seidenpflanze. Vergleichsstudien ergaben, dass die Pollendichte im Freien durchschnittlich bei 170 Körnern pro Quadratzentimeter liege. Sie überschreite selten einen Wert von 600. Schmetterlinge würden demnach nur zu einem Prozent der Zeit ihrer Nahrungssuche mit einer schädigenden Dosis konfrontiert. Für ihn gilt es die Risiken abzuwägen, die Bt-Mais im Vergleich zum Einsatz von Pestiziden birgt. Die US-Umweltschutzbehörde gibt an, der Pestizideinsatz gegen den Maiszünsler sei seit dem Anbau von Bt-Mais um ein Drittel gesunken.
Anna Voormann





