Seit 200 Jahren ein Mysterium
Bereits 1824 wurde erstmals das Skelett eines Plesiosauriers beschrieben – seitdem debattieren Wissenschaftler darüber, wie sich das seltsame Wassertier mit seinen vier Flossen fortbewegt haben könnte. Ruderten sich die Plesiosaurier durchs Wasser? Und kamen alle Flossen gleichzeitig zum Einsatz oder gab es einen asynchronen Flossenschlag? Bisherige Studien legten bereits nahe, dass die Plesiosaurier eher durchs Wasser flogen als ruderten, denn ihre Flossen haben die Form von Flügeln ähnlich wie bei Pinguinen. Doch bisher ging man immer noch davon aus, dass sie alle vier Flossen zum Antrieb nutzten. Die Ergebnisse der Forscher um Adam Smith vom Nottingham Natural History Museum stellen dies nun in Frage. Sie sind dem Schwimmstil der prominenten Meeressaurier durch umfangreiche Computersimulationen nachgegangen. Sie modellierten dazu Tausende von verschiedenen Bewegungsmustern, um den effektivsten Schwimmstil für den Körperbauplan der Plesiosaurier zu identifizieren.
Vorderantrieb mit Steuerung hinten
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die effektivste Schwimmbewegung das Schlagen der beiden Vorderflossen in der Art einer Unterwasser-Flugbewegung darstellte. Überraschenderweise zeigten die Simulationen, dass eine zusätzliche Bewegung der hinteren Flossen kaum zum Schub beigetragen hätte. Die Forscher kommen deshalb zu der Schlussfolgerung: “Die vorderen Gliedmaßen waren wohl die Motoren der Plesiosaurier, während die Hinterbeine bei der Fortbewegung eher passiv blieben”, resümiert Smith. Den Wissenschaftlern zufolge dienten die Hinterflossen wohl eher der Lenkung und dazu, den Körper im Wasser stabil zu halten.





