Der Mensch hat sein großes Gehirn möglicherweise der Degeneration seiner Kaumuskulatur zu verdanken, die durch die Mutation eines Gens ausgelöst wurde. Das behaupten zumindest amerikanische Forscher der University of Pennsylvania in Philadelphia. Mit durchschnittlich 1350 Kubikzentimetern ist das menschliche Hirn nämlich etwa dreimal so groß wie das anderer Primaten mit gleichen Körperproportionen und Lebendgewichten. Die Wissenschaftler um Hansell Stedman hatten das Gen MYH16 untersucht, das für die Produktion eines bestimmten Muskelproteins zuständig ist. Stedman stellte fest, dass MYH16 beim modernen Menschen durch eine Mutation funktionslos geworden ist, während es bei anderen Primaten wie Schimpansen oder Makaken noch seine ursprüngliche Aufgabe erfüllt. Die Biologen gehen davon aus, dass die Mutation des Gens beim Menschen die Kaumuskulatur schwächte, wodurch der Schädel eine neue Form annehmen und mehr Platz für das Gehirn schaffen konnte. Stedman: „ Diese winzige Veränderung des Erbguts muss vor ungefähr 2,4 Millionen Jahren eingetreten sein. Sie brachte die Entwicklung vom Affen zum Menschen einen großen Schritt voran.” Warum sich die Mutation im Genpool durchsetzte, ist allerdings noch unklar.





