Patienten mit Depressionen, die auf eine Behandlung mit Placebos ansprechen, zeigen eine Änderung in den Gehirnfunktionen. Diese unterscheidet sich jedoch deutlich von der Wirkung echter Antidepressiva auf das Gehirn. Bei Patienten, bei denen die Behandlung mit Placebos keinen Effekt zeigt, konnten die Wissenschaftler um Andrew F. Leuchter von der University of California in Los Angeles auch keine Aktivitätsänderungen im Gehirn feststellen. Die Forscher haben ihre Studie in der Januar-Ausgabe des American Journal of Psychiatry (Bd. 159, S. 122) veröffentlicht.
Bisher hat niemand die Wirkung von Placebos auf das Gehirn untersucht, weil man annahm, dass sie keine Auswirkung haben – egal ob sie wirken oder nicht, sagt Leuchter. Er und seine Kollegen beobachteten jedoch zu Beginn der Behandlung bei mit Placebos behandelten Patienten ein Ansteigen der Aktivität in einem Gebiet im Präfrontalen Cortex. Bei Patienten, die auf ein Antidepressivum reagierten, nahm dagegen die Aktivität in der selben Region ab. Patienten, bei denen keine der beiden Behandlungen angeschlagen hat, zeigten auch keine Veränderungen in den Gehirnaktivitäten.
Seit Jahren ist bekannt, dass sich bei Patienten mit Depressionen und anderen Krankheiten durch eine Behandlung mit Placebos eine Verbesserung einstellen kann. Mit der Studie haben Leuchter und sein Team erstmalig gezeigt, dass Placebos bei Patienten, bei denen sie wirken, auch tatsächlich einen Effekt hervorrufen. Dadurch wird der Einsatz von Placebos zu einer alternativen Behandlungsmethode für Patienten, die auf eine Behandlung mit einem Antidepressivum nicht ansprechen.
Nicole Waschke





