Placebos wirken bei der Schmerzbehandlung auf dieselbe Region im Gehirn wie echte Schmerzmittel. Das berichten schwedische und finnische Forscher im Wissenschaftsjournal “Science” (Ausg. vom 9. Februar, Nr. 31).
Die Wissenschaftler um Martin Ingvar vom Karolinska-Institut in Stockholm und Eija Kalso vom Universitätskrankenhaus in Helsinki hatten Patienten mit Positronen-Tomographen untersucht, während diese schmerzlichen oder nur leicht spürbaren Hitzereizen ausgesetzt waren. Zuvor hatten die Probanden ein echtes Schmerzmittel, ein Placebo oder kein Medikament erhalten.
Bei den Experimenten zeigte sich nun, dass bei den mit dem Schmerzmittel oder dem Placebo behandelten Probanden dieselbe Region im Gehirn, der so genannte anterior cingulate Cortex (ACC) reagierte. Bei den Patienten ohne Medikament blieb dieses Areal jedoch inaktiv. Patienten, deren ACC stark auf das echte Schmerzmittel ansprach, reagierten auch besonders sensibel auf das Placebopräparat.
Bisher war man davon ausgegangen, dass Placebos komplexe Vorgänge irgendwo im Gehirn auslösen, die letztlich zu einer verminderten Schmerzempfindlichkeit führen. Die Ergebnisse dieser Studie legen nun nahe, dass die Wirkung von Placebos und Schmerzmitteln auf bestimmte Gehirnstrukturen, unabhängig von medizinischen Inhaltsstoffen, sehr ähnlich ist.
Ulrich Dewald





