Die Seidenpavillons der Weberameisen sind architektonische Meisterwerke. Sie bestehen aus Blättern, die mit klebrigen Seidenfäden „zusammengewebt” sind. Arbeiterinnen ziehen beim Bau die Blattränder zusammen, während ihre Kolleginnen Larven heranschleppen, die aus Spinndrüsen einen klebrigen Faden abgeben – Leim für die Blätter.
Erstaunliches bringen auch die Blattschneiderameisen zustande: Sie ernähren sich von Pilzen, die sie in ihrem „Garten” züchten. Arbeitskolonnen von Arbeiterinnen schleppen dazu Blattstücke zum Nest, die dort von Helferinnen zerkleinert und mit Kotflüssigkeit versetzt werden. Nun pflanzen Arbeiterinnen Pilzfäden in das Substrat – und bald sprießen die ersten Pilze.
Diese Meisterleistungen der Ameisen sind nur durch eine starke Arbeitsteilung und eine gute Kommunikation möglich. Wie das funktioniert, erklären die beiden renommierten Ameisenforscher Bert Hölldobler und Edward O. Wilson in ihrem neuen Buch. „ Ameisen haben im Laufe der Evolution das soziale Leben erfunden”, ist Hölldobler überzeugt. Sie und andere soziale Insekten bilden Netzwerke aus kooperierenden Indivi-duen. Spannend und unterhaltsam stellen die Autoren die bizarre Welt von Ameisen, Bienen, Wespen und Termiten vor und erklären auch aktuelle Forschungsergebnisse. Dabei gehen die beiden Biologen zwar oft sehr ins Detail, aber die großartigen Fotos und Illustrationen können auch interessierte Laien begeistern. Sabine Löcher-Bolz
Bert Hölldobler, Edward O. Wilson DER SUPERORGANISMUS Springer, Berlin 2010 604 S. mit vielen Abb., € 79,59 ISBN 978–3–5 40–93766–1





