Kanadische Biologen haben eine ungewöhnliche Art der Symbiose an der nordamerikanischen Weymouths-Kiefer entdeckt. Der Pilz Laccaria bicolor lebt zusammen mit der Kiefer und tötet und verdaut kleine Insekten, um dem Baum Stickstoff zu liefern. Als Gegenleistung bekommt er von der Kiefer Kohlenhydrate über die Wurzeln.
Wie in der Fachzeitschrift Nature berichtet, hatten John Klironomos und Miranda Hart von der University of Guelph so genannte Springschwänze (Folsomia candida) – einfache bodenlebende Insekten – mit radioaktivem Stickstoff markiert. Die Forscher konnten damit den Weg des Springschwanz-Stickstoffs über den Pilz bis in die Wurzeln der Kiefer verfolgen.
Der Pilz infiziert die Insekten, betäubt und verdaut sie, bevor er sie – in Form von Stickstoff – an die Kiefernwurzeln weitergibt. In einem Laborversuch über zwei Wochen überlebten weniger als fünf Prozent der Gliedertiere das Zusammenleben mit dem Pilz.
Wenn es noch mehr solcher Symbiose-Beziehungen gebe, so die Forscher, dann müsse man die bestehenden Theorien über Nährstoffflüsse und Nahrungsnetze in Waldökosystemen neu überdenken. Bislang war lediglich die Symbiose zwischen Wurzeln und Pilzen, die tote organische Substanzen abbauen, bekannt.
Frieder Graef





