Jedes Jahr sterben weltweit über eine Million Menschen an Malaria, die meisten davon in Afrika. Das größte Problem bei der Bekämpfung der Krankheit ist, dass ihre Überträgerin, die weibliche Anopheles-Mücke, gegen Pestizide und Medikamente immer wieder Resistenzen entwickelt.
Britische Forscher der University of Edinburgh haben jetzt einen neuen Weg vorgeschlagen, gegen die Anopheles vorzugehen. Die Biologen um Simon Blanford und Andrew Read haben herausgefunden, dass die Moskitos sterben, wenn sie mit dem Pilz Beauveria bassiana infiziert werden. Die Wissenschaftler entwickelten aus den inaktiven Sporen des Organismus ein Spray, das sie auf Wände und Stoffe auftrugen. Kamen die Stechmücken mit den Sporen in Berührung, keimte der Pilz, wuchs im Inneren der Insekten weiter und ließ sie in wenigen Tagen verenden. Gleichzeitig lähmte der Pilz die Moskitos, sodass sie nicht mehr so schnell fliegen konnten.
Mit der neuen Methode konnte im Labor die Übertragungsrate von Malaria um 98 Prozent verringert werden. Resistenzen gegen den Pilz gibt es laut Blanford und Read nicht. Sollte aber eine Resistenz entstehen, sei es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass diese Moskitos gleichzeitig auch gegen die gängigen chemischen Wirkstoffe immun seien, sagen die Wissenschaftler. Allerdings ist noch ungeklärt, wie das Pilz-Spray großflächig eingesetzt werden kann.





