Für die Belastung von Flüssen mit dem Hormon Östrogen ist nicht die Pille verantwortlich. Vielmehr kommt das Hormon mit Ausscheidungen in die Gewässer, die von Frauen und weiblichen Tieren stammen. Das legen zumindest Untersuchungen an der Themse nahe, über die Chemiker der Universität Westengland im “Journal of Chromatography A” (Bd. 923, S. 195) berichten.
Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Wirkstoffe der Pille mit den Abwässern in Flüsse und Seen gelangt. Dort sollten die Hormonrückstände dafür verantwortlich sein, dass männliche Fische und andere Wassertiere verweiblichen.
Bei der Untersuchung der Themse mit einem hochsensiblen Verfahren fanden die Chemiker jedoch nur natürliches Östrogen. “Produkte der Pille konnten wir dabei überhaupt nicht nachweisen”, erklärt der beteiligte Forscher David McCalley.
Die beobachtete Verweiblichung von männlichen Fischen kann auch durch andere synthetische Stoffe erklärt werden, meldet das Berliner Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie. Zu den in Frage kommenden Stoffen, die im Körper wie weibliche Hormone wirken, gehören Dioxine und einige Pestizide.
Mehr zum Thema Verweiblichung finden Sie im bdw-Newsticker-Archiv.
Susanne Donner





