Ein Medikament, das bereits zur Entwöhnung bei Drogenabhängigkeit eingesetzt wird, zeigt auch Wirkung bei der Therapie von Spielsucht. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der University of Minnesota.
Das Entwöhnungsmittel Naltrexon (Handelsname: Nemexin) wird als Opiatantagonist bei der Behandlung von Alkoholikern und anderen Drogenabhängigen eingesetzt. In einer von Suck Wong Kim geleiteten Studie wurde jetzt untersucht, ob das Mittel auch bei der Bekämpfung der Spielsucht hilft.
Bei fast 75 Prozent der 20 Testpersonen war ein positiver Effekt nachweisbar. “Wir haben jetzt ein viel versprechendes Medikament, das helfen könnte”, sagt Kim. Er führt die Wirkung des Mittels darauf zurück, dass es den Rausch, den der Spieler beim Spielen und Gewinnen empfindet, unterdrückt. Einer der Teilnehmer berichtet, dass er nach der Behandlung erstmals wieder ganz entspannt mit Freunden ein Spielkasino besuchen konnte, ohne einen einzigen Wetteinsatz zu tätigen.
Knapp fünf Prozent der Amerikaner sind der krankhaften Spielleidenschaft verfallen. Die Kosten der Behandlung sind hoch, die Erfolgsraten gering. Eine medikamentöse Unterstützung der Verhaltenstherapie könnten die Heilungschancen verbessern. Aber noch ist Naltrexon für die Behandlung der Spielsucht nicht zugelassen, denn die notwendige Dosierung ist höher als bei der bisherigen Anwendung. Daher müssen zunächst weitere Studien abgewartet werden.
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Joachim Czichos





