Wissenschaftler der Imperial College School of Medicine in London konnten in klinischen Studien Patienten mit chronischer Leukämie erfolgreich mit der Pille Glivec behandeln. Die in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlichten Ergebnisse zeigen außerdem positive Effekte des Mittels bei anderen Krebsarten.
Bei 53 von 54 Patienten im Anfangsstadium der Krankheit erreichten die weißen Blutzellen nach der Glivec-Behandlung wieder normale Konzentrationen. Auch in der aggressiven, akuten Phase der Leukämie wirkte das Medikament noch bei 70 Prozent der Kranken. Alle Patienten hatten nicht mehr auf die sonst bei chronischer Leukämie angewandte Interferon-Behandlung angesprochen.
Die Nebenwirkungen der Behandlung waren gering. So traten gelegentlich Übelkeit, Durchfall und Schwellungen auf.
Glivec wirkt auf die Tumorzellen, indem es ein Leukämie auslösendes Protein hemmt. Somit gehört es in eine neue Klasse von Krebsmedikamenten, die selektiv genetische Defekte bekämpfen, und damit nicht die schweren Nebenwirkungen herkömmlicher Chemotherapie verursachen.
Chronische Leukämie wird durch einen Chromosomen-Defekt in weißen Blutzellen verursacht, der zu einer abnormalen Variante eines Enzyms führt. Die Zellen teilen sich daraufhin unkontrolliert. In Amerika soll Glivec bereits diesen Herbst zugelassen werden.
Zusätzlich behandelten die Wissenschaftler eine Patientin mit Magen-Darm-Krebs. Als Folge der Therapie schrumpfte der Tumor kontinuierlich. Ob das Medikament auch bei Lungen,- Prostata- und Gehirntumoren anschlägt, werden klinische Studien erst zeigen müssen.
Dr. Dagmar Knopf





