Die hochgiftige Aga-Kröte (Bufo marinus) breitet sich in Australien immer mehr aus. Sie gefährdet zunehmend einheimische Räuber, die die Kröten fressen, ihr Gift aber nicht vertragen und deshalb verenden. Darunter ist auch der vom Aussterben bedrohte Zwergbeutelmarder (Dasyurus hallucatus). Auf dem Speisezettel des katzengroßen Tieres stehen auch Aga-Kröten. Und das hat meist tödliche Folgen, da die Marder große Kröten bevorzugen, die genug Gift enthalten, um sie auf der Stelle umzubringen. Daher können die Tiere auch nicht „lernen”, auf die gefährliche Mahlzeit zu verzichten.
Jetzt ist es Forschern der University of Sydney um Stephanie O’ Donnell gelungen, junge Zwergbeutelmarder so zu konditionieren, dass sie Aga-Kröten verabscheuen. Dazu gaben sie den Tieren kleine tote Kröten zu fressen, die wenig Gift enthielten, aber mit einer geringen Menge des Fungizids Thiabendazol versetzt waren. Es verursacht bei den Mardern Übelkeit. Wie sich zeigte, attackierten die so trainierten Tiere viel seltener lebendige Aga-Kröten als eine „unbehandelte” Kontrollgruppe. In die Wildnis entlassen, überlebten die konditionierten Marder sechsmal so lange.
Die Wissenschaftler wollen jetzt in Gebieten, die noch nicht von Bufo marinus besiedelt sind, Krötenköder mit Thiabendazol auslegen. Das soll den Mardern und anderen Tieren den Appetit auf die giftigen Invasoren gründlich verderben.





