Mit einem Pflaster, das durch einen Farbwechsel die Trinkfestigkeit seines Trägers verrät, will eine Anti-Drogen-Gruppe den gesellschaftlichen Zwang zum Alkoholkonsum in Japan bekämpfen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Viele Chefs laden ihre Mitarbeiter nach der Arbeit zu einem Gläschen ein und sind beleidigt, wenn ein Mitarbeiter nicht mithält, berichtet der Sprecher der Gruppe, Yosuke Tsukasa. Etwa die Hälfte der Asiaten vertragen jedoch keinen Alkohol. Ihnen fehlt ein Enzym, das den Alkohol abbaut.
Da dieses Enzym in geringen Spuren auch im Schweiß enthalten ist, kann es von dem Pflaster nachgewiesen werden. Färbt sich das Pflaster rot, fehlt dem Träger das Alkohol abbauende Enzym. Ist es nach fünf Minuten rötlich, sollte nur wenig Alkohol genossen werden, empfehlen die Suchtbekämpfer. Wechselt das Pflaster die Farbe gar nicht, kommt der Körper mit dem Abbauprodukt des Alkohols Acetaldehyd zurecht.
Für umgerechnet 95 Mark verkaufen die Aktivisten Großpackungen mit diesen Pflastern, die für fünfzig Personen reichen. Sie hoffen, dass Gruppen so Nichttrinker akzeptieren, wenn deren Alkoholunverträglichkeit für alle sichtbar ist.
Marianne Diehl





