In einer Studie zeigte ein neu entwickeltes Pflaster gegen Parkinson die gleiche Wirkung wie herkömmliche Medikamente. Die Ergebnisse wurden diese Woche in Helsinki auf der International Conference on Parkinson’s Disease vorgestellt.
An der Studie nahmen 242 Parkinson-Patienten teil. Bei allen befand sich die Krankheit in einem Frühstadium, bei den meisten von ihnen war Parkinson vor maximal 18 Monaten diagnostiziert worden.
Das Pflaster enthält das Medikament Rotigotine, das noch klinisch geprüft wird. Jeder Teilnehmer der Studie trug vier Pflaster, die täglich einmal erneuert wurden. Die Wissenschaftler um Karl Kieburtz, Neurologe vom Medizinischen Zentrum der Universität Rochester, beobachteten die Patienten über drei Monate, und registrierten dabei die Wirkung des Medikamentes. Bewertet wurde die Wirksamkeit in Abhängigkeit davon, wie sehr sich die motorischen Fähigkeiten der Patienten besserten: Wie gut sie gehen und sprechen, wie flexibel sie ihre Arme und Beine bewegen, wie ruhig sie ihre Hände halten können.
Im Vergleich zu Patienten, denen ein Placebo gegeben wurde, besserten sich bei den Patienten, die das Medikament bekamen, die motorischen Fähigkeiten um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent. Jedoch klagte beinah die Hälfte der Probanden, die das Medikament bekamen, über Übelkeit, ungefähr 40 Prozent zeigten Hautreaktionen und ein paar fühlten sich schlapp oder schläfrig. Bei den meisten Patienten verschwand die Hautreizung wieder von allein. Die anderen Nebenwirkungen treten, laut Kieburtz, auch bei den herkömmlichen Behandlungsmethoden von Parkinson auf.
Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung. Die Symptome der Krankheit, einschließlich das Zittern und die steifen, langsamen Bewegungen, werden durch das Absterben von Gehirnzellen verursacht, die Dopamin erzeugen. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der den Schlüssel der Bewegungskontrolle darstellt. Dopamin-Agonisten ahmen Dopamin nach und wirken im Gehirn wie die natürliche Substanz. Das in der Studie eingesetzte Silikonpflaster trägt als Wirkstoff einen Dopamin-Agonisten. Dopamin-Agonisten werden üblicherweise zur Behandlung von Parkinson eingesetzt.
Die Idee, Medikamente über ein Pflaster zu verabreichen, ist nicht neu: Es werden bereits Pflaster zur Behandlung von Herzkrankheiten, zur Rauchentwöhnung, gegen Übelkeit und gegen Schmerzen eingesetzt. Jedoch glaubt Kieburtz, dass dies das erste Mal ist, dass eine neurodegenerative Krankheit mit einem Pflaster behandelt wurde. “Viele Arbeitsgruppen erforschen neue Wege zur Verabreichung von Medikamenten gegen Parkinson, und diese Methode zeigte den ersten Erfolg”, sagt Kieburtz. “Es gibt weltweite Anstrengungen, Medikamente auf neuen Wegen, weg von der oralen Einnahme, zu verabreichen. Dies gilt besonders für Parkinsonpatienten, bei denen auch der Verdauungstrakt durch die Krankheit angegriffen wird.”
Nicole Waschke





