Wenn Murmeltiere Artgenossen auf eine Gefahr aufmerksam machen wollen, stoßen sie schrille Warnpfiffe aus. Und die unterscheiden sich von Exemplar zu Exemplar. US-Forscher um Daniel T. Blumstein von der University of California in Los Angeles haben jetzt herausgefunden, dass die geselligen Großnager den Klang ihrer Warnrufe an ihre Jungen vererben. Die Wissenschaftler hatten acht Jahre lang mehr als 3000 Warnpfiffe von Gelbbauchmurmeltieren aufgenommen, die in den Rocky Mountains leben. Die Rufe analysierten sie nach neun Kriterien, darunter Dauer, An- und Abschwelllänge sowie Frequenzverteilung.
Es zeigte sich, dass die Pfiffe der Jungtiere zunächst nicht denen der Eltern ähnelten, sondern eher denjenigen von Weibchen, in deren Nähe die Kleinen aufwuchsen. Doch nach etwa einem Jahr hatten sich die Rufe an die speziellen Pfiffe der biologischen Eltern angeglichen. Für Blumstein ist das ein deutlicher Beweis für die Vererbung der „Stimme”. Er betont, dass die Entdeckung der erste Nachweis dieses Phänomens bei Säugetieren ist.





