Fischaugen im Visier
Schweden ist ein attraktives Pflaster für deutsche Wissenschaftler – einerseits sucht das Land fähige Forscher, andererseits herrscht dort ein sehr angenehmes Arbeitsklima. Auch den Biologen Ronald Kröger hat es seit 2000 in den Norden verschlagen, wo er an der Universität Lund Fisch-augen erforscht.
Zuvor hatte er sich unter anderem am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen mit Walen beschäftigt. „ DieseTiere sind seit früher Jugend meine Leidenschaft”, erklärt Kröger. Irgendwann fing ihn dann an zu interessieren, wie die Augen von Walen und Fischen funktionieren.
In Lund begann er daher mit Fischaugen zu experimentieren. Dabei entdeckte er, wie sie ein zentrales optisches Problem lösen, wofür in Fotoapparaten mehrere Linsen hintereinander geschaltet werden müssen. Denn einzelne optische Linsen erzeugen verzerrte, unscharfe Bilder, weil Lichtstrahlen, die am Rand der Linsen einfallen, anders fokussiert werden als mittig einfallendes Licht. Außerdem variiert die Brech-kraft einer Linse mit der Wellenlänge des Lichts.
Fische haben, wie Kröger herausfand, multifokale Linsen, deren Brechkraft durch die ungleiche Verteilung eines Proteins aus der Gruppe der Kristalline so eingestellt ist, dass alle eintreffenden Strahlen auf denselben Punkt fokussiert werden.
Für seine Arbeit bekam Kröger 2004 den bei Technikern angesehenen, für Biologen aber ungewöhnlichen Rank Prize für Optoelektronik.





