Praxisnahe Übungen helfen Patienten mit Hirnverletzungen ? etwa nach einem Schlaganfall ?mehr als die meist künstlichen Rehabilitationsprogramme. Das berichten kanadische Forscher in der Zeitschrift “Neuropsychology” (Bd. 15, S. 199).
Norman Park vom Baycrest Centre for Geriatric Care in Toronto und Janet Ingles von der Dalhousie University in Halifax haben 30 Studien mit insgesamt 359 Teilnehmern überprüft. In den meisten Studien ließen die Forscher ihre Probanden Aufgaben lösen, die mit dem täglichen Leben wenig gemein hatten. Die Patienten bekamen beispielsweise auf einem Monitor Kalendermonate eingeblendet und sollten einen Knopf drücken, sobald sich ein Monat wiederholte. Nur in wenigen Fällen stellten die Therapeuten die Patienten vor praxisnahe Aufgaben, wie mit Elektroautos auf einem Übungsgelände herumzufahren.
“Die abstrakten Schulungen in den überprüften Studien brachten nur geringfügige, statistisch nicht signifikante Verbesserungen”, sagen die Autoren. “Demgegenüber zeigten die wenigen Programme, die spezifische Fertigkeiten einübten, positive Wirkung.” Die Wissenschaftler wollen aber gleichwohl nicht alle Reha-Programme, die rein kognitive Fähigkeiten trainieren, abgeschafft wissen. Es sei durchaus denkbar, dass solche Übungsprogramme Patienten mit geringfügigen Hirnverletzungen helfen könnten.
Joris Maling





