Parkinson könnte bald einfacher und preiswerter mit einem Mittel behandelt werden, das bereits erfolgreich in der Therapie von Epilepsiepatienten eingesetzt wird. Amerikanische Forscher konnten mit der Substanz namens D-beta-Hydroxybuttersäure (D-beta-HB) erkrankte Mäuse vor schweren Nervenschädigungen bewahren. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Journal of Clinical Investigation” (Ausg. vom 12. September).
Parkinson ist nach Alzheimer die häufigste Nervenerkrankung. Die Patienten können ihre Muskulatur nicht mehr beherrschen und leiden beispielsweise unter unkontrollierbarem Zittern. Ein Hauptsymptom von Parkinson ist der Verlust bestimmter Nervenzellen, der so genannten dopaminergen Neuronen.
Serge Przedborski von der Columbia Universität in New York und seine Kollegen erzeugten nun mithilfe eines Nervengiftes in Mäusen einen künstlichen Verlust dieser Nervenzellen. Spritzen die Wissenschaftler den Mäusen jedoch anschließend die Substanz D-beta-HB, blieben die Tiere vor dem Verlust ihrer Neuronen verschont.
So genannte Ketonkörper wie D-beta-HB werden bereits erfolgreich in Epilepsiemedikamenten verwendet. Der Vorteil dieser Wirkstoffe ist, dass die Substanzen die Blut-Hirn-Schranke durchdringen können, erklären die Forscher. Diese Barriere ist oft der Grund dafür, dass eigentlich hoch wirksame Medikamente von ihrem Wirkungsort, dem Gehirn, ferngehalten werden. Die Wissenschaftler hoffen daher, auf der Basis dieser Experimente bald eine neue Parkinsontherapie entwickeln zu können.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





