Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs könnte möglicherweise geholfen werden, wenn die übliche Chemotherapie mit einem altbekannten Mittel gegen Parasiten kombiniert wird: Suramin. In einer US-Studie an der Ohio State University führte die Kombination von Suramin mit Paclitaxel und Carboplatin bei sieben von zwölf Patienten zu einer Verkleinerung des Tumors. Das erläutereten die Forscher auf einer internationalen Konferenz in Miami Beach (Annual American Association for Cancer Research/National Cancer Institute/European Organization for Research and Treatment of Cancer International Conference).
Suramin wird eigentlich zur Behandlung von Patienten mit Schlafkrankheit, die durch Trypanosomen verursacht wird, verwendet. Das Mittel hemmt unter anderem den so genannten Fibroblasten-Wachstumsfaktor FGF. Dieser Faktor ist mit verantwortlich für die Chemotherapeutika-Resistenz bei manchen Krebspatienten. Wie Suramin diese Arzneimittel-Resistenz senken kann, ist im Detail unklar.
Mit der Kombination Suramin plus Chemotherapie könne man die Patienten zwar nicht heilen, so Miguel Villalona von Klinik für Hämatologie und Onkologie an der Universität. Aber man könne das Leben verlängern und die Lebensqualität verbessern.
Die zwölf Teilnehmer an der Pilotstudie hatten alle Lungenkrebs in einem weit fortgeschrittenem Stadium sowie Metastasen. Operationen oder Strahlentherapie kommen in diesem Stadium nicht mehr in Frage. Ohne Therapie sterben diese Patienten innerhalb eines Jahres. Mit Chemotherapie überlebt nur jeder Dritte ein Jahr.
Die Studie hatte vor allem den Zweck, die richtige Suramin-Dosis zu finden. Zu hohe Dosen wirken toxisch, zu geringe Dosen sind unwirksam. “Bevor Suramin ein Standardmedikament in der Krebstherapie wird, müssen wir noch einen weiten Weg zurücklegen”, sagt Villalona. Derzeit habe man nichts weiter als den ersten Hinweis auf eine Wirkung.
Dr. Thomas Meißner