Ohrenkneifer-Männchen tragen einen zweiten Penis für Notfälle. Bricht das “Hauptglied” beim Geschlechtsakt ab, greifen die Männchen auf einen Ersatzpenis zurück, berichten japanische Forscher in einem vorab publizierten Artikel der der Fachzeitschrift “Naturwissenschaften”.
Die Forscher Yoshitaka Kamimura und Yoh Matsuo von der Metropolitan Universität in Tokyo schubsten Ohrenkneifer-Männchen beim Geschlechtsakt so, dass deren harter Penis aus dem Panzermaterial Chitin abbrach. Dennoch konnten die gehandikapten Ohrenkneifer weitere Weibchen begatten. Der schräg ausgerichtete Zweitpenis, den die Forscher bislang für unbenutzbar hielten, sei offensichtlich flexibel genug für den Geschlechtsakt, folgern die Biologen.
Auch in der Wildnis brechen die oft körperlangen Penisse gelegentlich ab. Die Forscher fanden in mehreren Ohrenkneifer-Weibchen Stücke geknickter Glieder. Der Insektenforscher Mike Siva-Jothy von der Universität Sheffield vermutet laut der Onlineausgabe von “Nature” gar, dass die Männchen ihren Penis absichtlich brechen, um den Geschlechtsgang der Partnerin wie mit einem Keuschheitsgürtel zu verschließen.
Marcel Falk





