Ein unter Biologen lange kontrovers diskutiertes Problem haben kanadische und amerikanische Forscher jetzt gelöst: Warum kriechen Regenwürmer aus dem Boden, wenn es regnet? Haben die Tiere Angst, zu ertrinken? Oder assoziieren sie mit den Vibrationen der Tropfen das Herannahen ihres ärgsten Fressfeindes, des Maulwurfs?
Die Wissenschaftler betrieben Feldforschung, die sie mit Erkenntnissen aus dem Labor kombinierten. Zunächst bewies Jayne E. Yack von der Carlton University in Ottawa, dass Vibrationen Regenwürmer aus der Erde vertreiben. Dazu rammte er mehrere Holzpflöcke in einen Waldboden, was Tieftonschwingungen im Bereich von 500 Hertz und tiefer verursachte – Frequenzen, wie sie ein grabender Maulwurf verursacht. Tatsächlich kamen binnen weniger Minuten viele Würmer zum Vorschein. Dann setzte Kenneth C. Catania von der Vanderbilt University in Nashville mehrere Regenwürmer in ein Terrarium, das mit nasser Erde gefüllt war. Dies allein führte bei den Tieren zu keiner nennenswerten Reaktion. Als Catania ihnen jedoch einen Maulwurf zur Gesellschaft gab, der sich in ihre Richtung buddelte, brach Panik aus. Blitzschnell krochen die Würmer nach oben. Fazit der Forscher: Regentropfen führen bei Regenwürmern zu Fehlalarm, der sie vor einem vermeintlich grabenden Maulwurf flüchten lässt. Quod erat demonstrandum.





