Eine Palme im mexikanischen Regenwald täuscht pflanzenfressenden Insekten vor, bereits angeknabbert worden zu sein: Die wenig einladend aussehenden zerlumpten Blattspitzen der Fensterpalme halten damit mögliche Fressfeinde davon ab, von ihnen zu kosten. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin “Science” in seiner Online-Ausgabe.
Der Biologe Rodolfo Dirzo von der Universität in Mexiko City beobachtete zwei Jahre lang drei verschiedene Pflanzenarten an 45 Standorten im mexikanischen Regenwald ? darunter die Fensterpalme, die mit ihren zerlumpten Spitzen und Löchern in ihren Blättern ziemlich angefressen aussieht. Die Fensterpalme lag in der Gunst pflanzenfressender Insekten ganz unten. Bei den beiden anderen Pflanzen langten die ungebetenen Gäste dagegen herzhaft zu.
Das Erstaunliche: Fütterte Dirzo Heuschrecken im Labor mit kleinen Häppchen der selben Pflanzen, bevorzugten die Insekten die Fensterpalme. Das wenig appetitliche Aussehen der ganzen Blätter – eine außergewöhnliche Art von Mimikry – schützt die Palme offensichtlich vor dem Verzehr, schließt Dirzo.
Die Fensterpalme (Reinhardtia gracilis) verdankt ihren Namen den kleinen Fenstern, die sich an der Basis zwischen den einzelnen Segmenten ihrer Fiedern bilden. Die zierliche Palme wird bis zu 1,5 Meter groß.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





