Die Herrscherin der Stachelameisen macht sich die Finger nicht schmutzig, wenn Konkurrentinnen an ihrem Thron rütteln: Sie markiert die aufsässige Rivalin mit einer Chemikalienmischung, die untergebenen Ameisen signalisiert, dass sie die Angreiferin bestrafen müssen.
Dies tun die Untergebenen, indem sie die aufmüpfige Ameise bis zu vier Tage lang festhalten. Als Folge davon verliert sie ihren Rang, in einigen Fällen stirbt sie sogar. Das berichten Thibaud Monnin und seine Kollegen von der Universität in Sheffield (GB) in der Fachzeitschrift “Nature” (Bd. 419, S. 61).
Bei den Stachelameisen der Gattung “Dinoponera” wird die Königin nicht von Geburt an auf ihre Aufgabe vorbereitet wie in den meisten anderen Ameisenvölkern. Sie stammt aus dem einfachen Volk und kann sich den hohen Rang auch erkämpfen, zum Beispiel indem sie das herrschende Weibchen stürzt.
Besonders aufrührerisch sind die “Hofdamen” ? bis zu fünf Ameisen, die die Königin umgeben. Sie arbeiten schon zu Lebzeiten der Königin weniger als gewöhnliche Arbeiterinnen, und gewöhnlich nimmt eine von ihnen den Platz der Herrscherin ein, wenn diese eines natürlichen Todes stirbt. Gegen ihre Umsturzversuche schützt sich die Herrscherin mit Hilfe ihres Volkes.
Die Arbeiterameisen helfen der Königin allerdings nicht immer: Ist die Herrscherin schon alt, kommt es auch vor, dass sie die neue Thronanwärterin nicht bestrafen und ihr somit ermöglichen, die alte Königin zu stürzen. So hat das einfache Volk auf die Wahl seiner Herrscherin erheblichen Einfluß, berichtet Monnin.
ddp/bdw – Barbara Witthuhn





