Das Paarungsverhalten der Spitzschlammschnecke hängt direkt mit der Drehrichtung ihres Schneckengehäuses zusammen: Schnecken mit einem rechtsseitig gewundenen Schneckenhaus umkreisen ihren Geschlechtspartner vor der Paarung im Gegenuhrzeigersinn, während Schnecken mit einem linksseitig gewundenen Haus sich im Uhrzeigersinn um ihren Partner bewegen, haben britische Biologen um Angus Davidson von der Universität von Nottingham herausgefunden. Die Drehbewegung der untersuchten Wasserschnecke Lymnaea stagnalis hängt mit einer Asymmetrie des Gehirns zusammen, die auch Lateralisation genannt wird. Aus der bevorzugten Hirnhälfte, in der die Prozesse für die Paarung ablaufen, folgt die Drehrichtung, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Biology Letters.
Das Paarungsverhalten der
Spitzschlammschnecke hängt direkt mit der Drehrichtung ihres Schneckengehäuses zusammen: Schnecken mit einem rechtsseitig gewundenen Schneckenhaus umkreisen ihren Geschlechtspartner vor der Paarung im Gegenuhrzeigersinn, während Schnecken mit einem linksseitig gewundenen Haus sich im Uhrzeigersinn um ihren Partner bewegen, haben britische Biologen um Angus Davidson von der Universität von Nottingham herausgefunden. Die Drehbewegung der untersuchten Wasserschnecke Lymnaea stagnalis hängt mit einer Asymmetrie des Gehirns zusammen, die auch
Lateralisation genannt wird. Aus der bevorzugten Hirnhälfte, in der die Prozesse für die Paarung ablaufen, folgt die Drehrichtung, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Biology Letters.
Die Drehrichtung des Schneckenhauses wird durch eine bestimmte Gensequenz im Erbgut der Wasserschnecke festgelegt, fanden die Forscher heraus. Diese Sequenz vererbt nur die Mutter weiter. Schneckenhäuser des Nachwuchses weisen daher immer dieselbe Windungsrichtung wie die Mutter auf. Spitzschlammschnecken sind Zwitter. Sie befruchten sich jedoch nicht gegenseitig, sondern ein Tier übernimmt entweder die Rolle des Männchens oder die Rolle des Weibchens. Die Schnecke, die den männlichen Part übernimmt, beginnt sich vor der Paarung um das Weibchen zu drehen. Dabei hängt die Drehrichtung nur von den von der Mutter des Männchens geerbten Genen ab, nicht jedoch beispielsweise von der Gehäuseform des umworbenen Weibchens. Das Individuum mit der weiblichen Rolle, gibt die Windungsrichtung seines Gehäuses an seine Nachkommen weiter.
Die als Lateralisation bezeichnete asymmetrische Spezialisierung des Gehirns war bisher nur von Wirbeltieren und wenigen wirbellosen Lebewesen bekannt. Bei Lebewesen mit lateralisieren Gehirnen erfüllen die beiden Gehirnhälften unterschiedliche Funktionen. Beim Menschen äußert sich diese Lateralisation unter anderem in der Händigkeit, die ebenfalls weitervererbt wird. Bei Rechtshändern ist die linke Gehirnhälfte aktiv, bei Linkshändern die rechte.
Angus Davison (Universität Nottingham) et al.: Biology Letters, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2008.0528 ddp/wissenschaft.de ? Stefan Pröll