Der vom Menschen verursachte Krach in den Ozeanen schädigt nicht nur die empfindlichen Ohren von Walen und Delfinen, sondern macht auch Fische schwerhörig. “Obwohl wir durchaus Lärmschäden erwartet haben, sind wir überrascht über das Ausmaß des Traumas in den Ohren der von uns untersuchten Fische”, schreiben Forscher über die Ergebnisse einer Studie, die im “Journal of the Acoustical Society of America” (Bd. 113, S. 638) erschienen ist.
Der Meeresbiologe Arthur Popper von der Universität Maryland in College Park (USA) hat zusammen mit Kollegen im westaustralischen Jervoise Bay unter Wasser akustische Kanonen abgefeuert, wie sie bei der Suche nach Erdöl eingesetzt werden. In verschiedenen Abständen zu den Kanonen hatten sie zuvor Fische in Käfige eingesperrt, so dass die Tiere dem Krach nicht entweichen konnten.
Anschließend untersuchten die Forscher die Ohren der Tiere, die ähnlich wie die aller Wirbeltiere einschließlich des Menschen aufgebaut sind. Der Krach hatte im Innenohr der Fische regelrechte Verwüstungen hinterlassen, berichten die Forscher. Vor allem die Haarzellen seien geschädigt gewesen, die zum Hören wichtig sind.
Fische nutzen ihre Ohren, um Räuber rechtzeitig zu bemerken oder um den richtigen Paarungspartner zu finden. Schon länger wird vermutet, dass der vom Menschen verursachte Krach in den Ozeanen dafür verantwortlich ist, wenn Fische und Wale die Orientierung verlieren.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek