Eines der Hauptprobleme bei Operationen ist eine verminderte Sauerstoffversorgung und eine damit einhergehende dauerhafte Schädigung des operierten Organs. Wissenschaftler haben nun eine Möglichkeit entdeckt, wie derartige Schäden minimiert werden könnten: Wird das entsprechende Organ vor der Operation einem begrenzt schädigenden Einfluss ausgesetzt, produzieren die Zellen bestimmte Schutzproteine, die sie später vor dem Absterben schützen. Das berichtete ein Mannheimer Mediziner auf dem Deutschen Anästhesiekongress in München.
Klaus van Ackern vom Universitätsklinikum Mannheim stellte ein neues Verfahren vor, das zukünftig Anästhesisten und Chirurgen bei ihrer Arbeit helfen könnte. Mithilfe eines Vorgangs, der als “Präkonditionierung” bezeichnet wird, können Ärzte das zu operierende Organ für kurze Zeit in einen gestressten Zustand versetzen, indem sie beispielsweise die Blut- und damit auch Sauerstoffzufuhr blockieren. Liegt diese so genannte ischämische Noxe – der sauerstofflose Zustand – in einem ganz bestimmten Zeitrahmen, produzieren die Zellen Stressproteine, die sie dann für einige Zeit gegen ähnliche Stressphänomene resistent machen.
Die Wirkung dieser Stressproteine kann zudem noch durch bestimmte Narkosemittel einerseits verstärkt und andererseits inhibiert werden. Bisher ist leider nur von wenigen Stressproteinen die genaue Wirkungsweise bekannt, sagte van Ackern. Für einen zielgerichten Einsatz bei Operationen müssen die Wissenschaftler daher noch weitere Experimente durchführen, die auch eine mögliche synthetische Produktion der Proteine mit einschließen könnte.
Stefanie Offermann





