Eine bei Arthritis im Knie häufig durchgeführte Operation ist möglicherweise wirkungslos. Patienten, die lediglich eine Scheinoperation erhalten hatten, berichteten genauso häufig über eine Linderung ihrer Beschwerden wie tatsächlich Operierte. Damit sei die Notwendigkeit dieser häufig durchgeführten Operation in Frage gestellt, berichten amerikanische Mediziner in der Fachzeitschrift “New England Journal of Medicine” (Ausgabe vom 11. Juli).
Das Team um Bruce Moseley behandelte im Rahmen der Studie 180 Patienten mit Osteoarthritis. Bei einem Drittel der Probanden entfernten die Mediziner in einer Operation den geschädigten Knorpel. Andere erhielten bei einer Schlüssellochoperation eine Spülung, die das defekte Gewebe aus dem Gelenk wusch. Den Teilnehmern der dritten Gruppe verpassten die Ärzte nur die für einen solchen Eingriff notwendigen winzigen Schnitte, ohne das Knie jedoch tatsächlich zu behandeln.
Während der zwei Jahre andauernden Nachuntersuchungen erfuhren die Versuchsteilnehmer nicht, ob sie wirklich operiert worden waren. Patienten aus allen drei Gruppen beschrieben eine leichte Besserung ihrer Beschwerden. Keiner der tatsächlich operierten Teilnehmer hatte dabei weniger Schmerzen oder eine bessere Gelenkfunktion als die unbehandelten Patienten. Teilweise fühlten sich die Patienten mit der Schein-OP sogar besser.
Die oft im Knie vorkommende Osteoarthritis schädigt das Gelenk und ist eine der häufigsten Formen von Arthritis. Die Symptome sind Schmerzen, Steifheit und Schwellungen. Ärzte setzen unter anderem Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und Krankengymnastik zur Therapie ein. Wenn diese Behandlung fehlschlägt, raten sie oft zu einer Operation.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





