Die Riechzellen
Was das Riechen zusätzlich beeinflussen kann
Wenn sich ein Lufthauch bewegt, hebt der Hund langsam den Kopf, neigt die Nase nach oben und streckt sie in den Wind, um zu schnüffeln. Dabei bewegen sich die Nasenflügel sehr stark. Der Hund selbst bleibt hingegen völlig ruhig und ist sehr konzentriert. Er atmet in kurzen Stößen, macht seine typischen Geräusche und saugt die Luft in die Nase ein. Dabei strömt die Luft über die Nasenschleimhaut direkt an die Riechzellen. Auf diese Weise können Hunde bis zu 300 Mal pro Minute atmen und eine sehr große Menge an Geruchspartikeln aufnehmen.
Wie das Gehirn die Riechreize verarbeitet
Im Gehirn, genau im olfaktorischen Cortex und in dessen Arealen, erfolgt die Verarbeitung der Gerüche. Dieser Bereich macht beim Hund etwa zehn Prozent der Gehirnmasse aus und ist damit circa zehn Mal größer als der des Menschen, wodurch der Hund Gerüche viel besser wahrnehmen kann. Dieser olfaktorische Cortex heißt auch Riechrinde. Er ist das Ende der Riechbahn, die von den Riechzellen über den Bulbus olfactorius zur Riechrinde verläuft. Der Bulbus olfactorius, heißt auch Riechkolben und befindet sich unterhalb des Frontalhirns. Er stellt die Schaltzentrale für die Geruchswahrnehmung dar. Mithilfe der primären Riechrinde können Hunde einen Geruch bewusst wahrnehmen und so genau realisieren, worum es sich handelt. Die sekundäre Riechrinde überlappt sich mit anderen sekundären Rindenarealen, die zum Geschmackssinn gehören. Aufgrund dieser Überlappungen gehen Forscher davon aus, dass Riechen und Schmecken sehr eng miteinander verbunden sind. Wie das Riechsystem Informationen verarbeitet, dazu haben Wissenschaftler der Uni Heidelberg einen interessanten Artikel veröffentlicht.
Das Vomeronasale Organ oder auch das Nasenbogenorgan
Das Vomeronasale Organ heißt auch Jacobsonsches Organ und ist wie die Nase Teil des Geruchssinns und der olfaktorischen Wahrnehmung. Das Jacobson-Organ befindet sich am Gaumen des Hundes unterhalb der Nase und hat eine Öffnung zur vorderen Mundhöhle hin. Dadurch ist es dem Hund möglich zu riechen. Er schleckt Substanzen auf, die dann direkt vor diese Öffnung gelangen. Dadurch erhält der Hund unzählige Informationen. Hunde schlecken beispielsweise Urin auf und können daran neben dem Geschlecht auch das Alter des anderen Hundes erkennen oder ob er möglicherweise an Krankheiten leidet. Das Jacobsonsche Organ verstärkt nicht den Geruchssinn, sondern ergänzt diesen um weitere Informationen.





