Östrogen kann bei Frauen mit Alzheimer-Krankheit das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit verbessern. Dies sagen Nervenärzte in den USA unter Bezug auf eine neue Studie, die jetzt in der Zeitschrift Neurology erschienen ist. Damit geht die Kontroverse um die Hormontherapie bei Alzheimer-Patientinnen in eine neue Runde. Denn bisherige Untersuchen waren zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen.
Zwanzig Frauen mit milder oder moderater Alzheimer-Demenz wurden acht Wochen lang mit einem Östrogen-Pflaster oder einem Scheinpräparat behandelt. Bei den folgenden Aufmerksamkeitstests schnitten die mit dem Hormon behandelten Frauen um 20 Prozent besser ab als die scheinbehandelten Studienteilnehmerinnen, so Sanjay Asthana von der University of Wisconsin in Madison. Das visuelle und verbale Gedächtnis sei sogar um 30 bis 35 Prozent besser gewesen.
Asthana warnte allerdings vor voreiligen Schlüssen: “Diese Resultate sind ermutigend, aber sie müssen noch durch größere Studien mit mehr Teilnehmerinnen und längerer Behandlungsdauer bestätigt werden.”
Wie das Hormon im Gehirn wirkt, ist nicht ganz klar. Offenbar schützt es die Nervenzellen und erhöht die Acetylcholin-Konzentration im Hirn. Dieser Botenstoff ist bei Alzheimer-Patienten vermindert.
Dr. Thomas Meißner





