Das Hormon Östrogen steht auch bei Männern in engem Zusammenhang mit Osteoporose. Je höher die Werte des Östrogens und seiner Stoffwechselprodukte bei älteren Männern sind, desto dichter und fester ist ihre Knochenmasse, haben amerikanische Mediziner herausgefunden. Die Männer sind dann umso besser gegen Wirbelfrakturen und Brüche an der Hüfte oder des Handgelenks gewappnet, so die Wissenschaftler.
Die Forscher untersuchten 61 gesunde Männer mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren. Mit verschiedenen Techniken bestimmten sie die Werte des Östrogens und seiner Stoffwechselprodukte im Urin und im Blut. Im Körper passiert das Östrogen mit dem Blut die Leber, wo es durch Enzyme in die Stoffwechselprodukte umgebaut wird. Da diese so genannten Metabolite bei verschiedenen Personen in unterschiedlicher Menge produziert werden, konzentrierten die Forscher sich in ihrer Studie auf die zwei wichtigsten aktiven Stoffe. In einer zweiten Testreihe bestimmten die Forscher mit einer Röntgenabsorptionsmethode die Knochendichte der Probanden.
Sie fanden heraus, dass mit dem Maximum der zwei betrachteten aktiven Metabolite auch die höchste Knochendichte einhergeht. Mit der hohen Materialdichte sind die Knochen stabiler. In der Studie fanden die Forscher auch, dass bei Personen mit höherem Body-Mass-Index (BMI) ? als Maß für ein gesundes Körpergewicht ? auch die Knochendichte ansteigt. Die Forscher erklären sich das damit, dass höhere Östrogenwerte vermutlich auch den BMI bestimmen. Alkoholkonsum, Rauchen und die tägliche Kalziumdosis schienen hingegen keinen Einfluss auf die Knochendichte zu haben.
Schätzungen zufolge erkranken rund dreißig Prozent der Frauen mit den Wechseljahren an Osteoporose. Bei älteren Männern trete die Knochenschwäche immerhin bei rund acht Prozent auf, berichten die Forscher. Sie hoffen nun, mit ihren Erkenntnissen neue Diagnose- und Therapievorschläge entwickeln zu können. Schließlich führten Knochenbrüche ? besonders der Hüfte ? bei alten Menschen zu deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität.
Nicola Napoli (Washington-Universität, St. Louis) et al.: Calcified Tissue International, Bd. 80, Seite 227 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





