Auf Öko-Feldern tummeln sich weitaus weniger Blattläuse als auf Äckern mit konventionellem Anbau. Das fanden Biologen um Jochen Krauss von der Universität Würzburg heraus, als sie die biologische Vielfalt auf unterschiedlich bewirtschafteten Triticale-Äckern untersuchten. Triticale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, die inzwischen immer häufiger angebaut wird, da das Getreide auch auf schlechten Böden gut gedeiht.
Das Ergebnis der Würzburger Studie überraschte selbst die Landwirte, die den Wissenschaftlern ihre Felder zur Verfügung gestellt hatten. Krauss fasst zusammen: „Bei konventionellem Anbau führte das Spritzen von Insektiziden zwar kurzfristig zu einer Abnahme der Schädlingsdichte. Nach vier Wochen fanden wir auf diesen Feldern aber deutlich mehr Blattläuse als auf den ungespritzten Anbauflächen.”
Die Forscher haben zwei Erklärungen für dieses Phänomen. Zum einen könnten durch die Insektizide auch natürliche Feinde der Läuse wie Marienkäfer und bestimmte Fliegenlarven abgetötet werden. Das Fehlen dieser Fressfeinde würde die Wiederansiedlung und Vermehrung von Blattläusen begünstigen. Falls durch das Spritzen aber nur die Läuse abgetötet würden, hätte auch das langfristig unangenehme Folgen: Die Fressfeinde würden wegen Nahrungsmangel die Äcker verlassen und so neuen Blattlauspopulationen das Feld überlassen.





