Nagellack ist beliebt, aber enthält oft schädliche Inhaltsstoffe. Die bunten Farben basieren häufig auf synthetisch produzierten Farbstoffen, die gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Deshalb bewerben einige Hersteller ihre Produkte als Öko-Nagellacke und versprechen, dass diese frei von schädlichen Inhaltsstoffen sind. Aber wie “öko” sind diese Nagellacke wirklich?
Knalliges Sonnengelb, glitzerndes Violett und sanfte Pastelltöne: Bunte Nagellacke sind für viele Menschen ein beliebtes Accessoire. Die leuchtenden Farben bestehen aber häufig aus schädlichen Inhaltsstoffen. Lösungsmittel, Weichmacher, die das Brechen und Abblättern der Farbe verhindern sollen, UV-Filter, die bei der Lagerung vor Farbverlust schützen sollen – all diese synthetischen Stoffe sind in Nagellack enthalten. Einige dieser chemischen Verbindungen können potenziell gesundheitsschädlich sein; manche gelten sogar als krebserregend.
Früher glaubte man, dass Nägel undurchdringlich seien und daher diese schädlichen Substanzen nicht aufnehmen. Heutzutage wissen wir jedoch, dass Schadstoffe von der Farbschicht auf den Nägeln oder der Haut in den Körper gelangen können. Außerdem werden die mitunter giftigen Dämpfe beim Nägellackieren eingeatmet.
„3-Free“, „5-Free“: Das steckt dahinter
Als Reaktion auf besorgte Käufer werben inzwischen zahlreiche Naturkosmetikhersteller mit natürlichen oder ökologischen Nagellacken. Bezeichnungen wie „3-Free“, „5-Free“ und ähnliche Formulierungen stehen für Nagellacke, die frei von bestimmten schädlichen Substanzen seien sollen. Bei „3-Free“-Nagellacken wird in der Regel darauf hingewiesen, dass in ihnen kein Phthalat, Formaldehyd oder Toluol enthalten ist – drei chemische Verbindungen, die nachweislich umwelt- und gesundheitsschädlich sind. „5-Free“-Lacke gehen noch einen Schritt weiter und schließen zusätzlich Campher (umgangssprachlich Kampfer), Formaldehyd-Harze oder Kolophonium aus.

Allerdings sind Begriffe wie „3-Free“ oder „5-Free“ nicht standardisiert. Jeder Hersteller entscheidet selbst, welche Inhaltsstoffe er ausschließt. Phthalat-Weichmacher sind zum Beispiel seit 2020 in Nagellacken ohnehin verboten, weil sie als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wurden. Trotzdem werben Hersteller weiter damit, die hormonverändernden Weichmacher seien in ihren Nagellacken nicht vorhanden. Statt Phthalat-Weichmachern werden nun Ersatzweichmacher eingesetzt – deren gesundheitliche Wirkung laut Öko-Test meist noch nicht geklärt ist.





