Sechs frisch veröffentlichte, in den USA und Kanada durchgeführte Freilandstudien zeigen, dass fast alle geprüften, gentechnisch gegen den Maiszünsler resistent gemachten Maissorten sicher für die Umwelt sind. Lediglich eine Sorte dieses so genannten Bt-Maises erwies sich als toxisch für die Raupen einer amerikanischen Schwalbenschwanz-Art, berichtet die BBC.
Die Untersuchungen machen deutlich, dass – natürlich mit Ausnahme des “Zielorganismus Maiszünsler” – diejenigen Schmetterlinge, die in den Bt-Maisfeldern und deren Umgebung leben, in der Regel nicht durch den Pollen des gentechnisch veränderten Maises bedroht sind. Nur die Pollen einer einzigen Maissorte der Firma Syngenta wiesen einen so hohen Toxingehalt auf, dass die Schmetterlinge geschädigt wurden.
May Berenbaum, Professorin für Entomologie (Insektenkunde) an der Universität von Illinois, bekräftigte auf Anfrage der BBC, dass sie die Schmetterlinge in Bt-Maisfeldern für nicht besonders gefährdet halte. “Es gibt zwar ein gewisses potenzielles Risiko. Dieses ist aber überschaubar – mit Ausnahme der einen Syngenta-Sorte”, meint die Entomologin.
Syngenta hat die beanstandete Sorte bereits vom Markt zurückgezogen. Eine Unternehmenssprecherin betonte, dass jede Form der Landwirtschaft die Umwelt beeinflusse. Neuere Bt-Maissorten seien umweltfreundlicher als die alten, zu denen die vom Markt genommene gehöre.
Die Raupen des Maiszünslers, eines zu den Zünslern (Pyralidae) gehörenden Schmetterlings, verursachen in vielen Maisanbaugebieten, zum Beispiel auch in Deutschland, erhebliche Ertragsverluste. Die konventionelle Bekämpfung durch nicht nützlingsschonende Insektizide (meist Pyrethroide) hat sich schon in etlichen Feldversuchen als weit schädlicher für die Insekten- und Spinnenfauna eines Maisfelds herausgestellt als die Schadensverhütung durch transgenen Mais.
Dr. Sebastian Messerschmid





