Text: Stephanie Eichler
Ein 400 Gramm schweres Holzscheit gehört zur Grundausrüstung von Angelika Krumm. Sie ist Papierexpertin der Umweltschutzorganisation Robin Wood und nutzt das Stück Holz nicht zum Heizen, sondern bringt es als Anschauungsmaterial mit zu ihren Workshops. Die veranstaltet sie für Kinder wie Erwachsene, es geht um den Erhalt der Wälder, Klima- und Artenschutz und darum, was unser Papierkonsum mit all dem zu tun hat. Das Scheit ist die Menge Holz, die verarbeitet wird, um unseren täglichen Pro-Kopf-Bedarf an Papier zu decken: Es sind sogar noch ein bisschen mehr als diese 400 Gramm. „Wir gebrauchen sehr viel Papier unnötig, zum Beispiel wenn wir uns mit einem Papier- anstatt mit einem Stofftaschentuch den Schweiß von der Stirn wischen“, erklärt die Umweltschützerin. „Oder am Arbeitsplatz Berichte mehrfach ausdrucken, damit jeder und jede Mitarbeitende einen bekommt, obwohl wir sie in Umlauf geben könnten.“ Oder wenn wir Plastiktüten und Coffee-to-go-Becher durch Papierprodukte ersetzen anstatt durch Mehrwegalternativen. 90 Prozent unseres Papiers hat eine kurze Lebensdauer und landet oft nach einmaliger Nutzung im Müll. Was für eine Verschwendung! Umweltorganisationen wie Robin Wood fordern daher, den Papierverbrauch um die Hälfte zu reduzieren. Wir dürften dann immer noch etwa so viel verbrauchen wie jemand in Großbritannien und Portugal aktuell – oder wie ein Durchschnittsdeutscher 1970. „Damals nutzten wir beispielsweise weniger Küchenrollen und Verpackungen“, sagt Krumm.





