Wenn Kulturpflanzen von Schädlingen befallen werden, kann das durchaus von Vorteil sein. Zu diesem paradox klingenden Ergebnis kommen Forscher der Universität Göttingen. Die Agrarökologen um Arno Wielgoss hatten auf der indonesischen Insel Sulawesi den Schädlingsbefall in Kakaoplantagen untersucht. Dabei entdeckten sie, dass die von den Landwirten besonders gefürchteten Kakaowanzen, die an den Früchten saugen und deren äußeres Gewebe vernarben lassen, den Befall durch Kakaominiermotten verringern. Diese Insekten führen zu weit größeren Ernteeinbußen als die Wanzen. Die Motten legen ihre Eier in den Kakaofrüchten ab. Die geschlüpften Larven fressen sich dann ins Innere, was die Zahl der verwertbaren Bohnen reduziert und die Qualität des Kakaos verschlechtert.
Durch Kakaowanzen vernarbte Früchte meiden die Motten jedoch. Es zeigte sich, dass auf Plantagen mit mittlerem Wanzenbefall der Schaden durch Miniermotten deutlich geringer war und es zu einem besseren Ernteertrag kam. Wielgoss betont: „Die Kakaowanze wird zwar mit Insektiziden bekämpft, kann aber als Nützling betrachtet werden.”





