Einige Hundert Einwohner des südafrikanischen Durban schonen künftig die Umwelt, wenn sie aufs Klo gehen. Die Stadt stellt ihnen spezielle Toiletten mit 20-Liter-Kanistern zur Verfügung, in denen Urin gesammelt wird. Eine durchschnittliche Familie schafft diese Menge in etwa einer Woche. Hintergrund: Die Menschen sollen dazu bewegt werden, wasserlose Toiletten zu verwenden. Denn in vielen Townships sind Wasserleitungen Mangelware, und das Verrichten der Notdurft in Plumpsklos oder Senkgruben ist ein ernsthaftes Hygieneproblem. Außerdem sind Fäkalien ein idealer Ausgangsstoff zur Herstellung von Dünger.
Das Prinzip der Trocken-WCs, die von dem schweizerischen Wasserforschungsinstitut Eawag entwickelt wurden, ist einfach: Die Ausscheidungen werden in flüssige und feste Bestandteile getrennt. Der Urin wird in einem Kanister gesammelt, der feste Rest wird mit Sand zugeschüttet und getrocknet. Eine spezielle Lüftung sorgt dafür, dass es nicht stinkt.
Doch bisher wurden solche Klo-Häuschen, wenn man sie in der Stadt aufstellte, meist zweckentfremdet. Die Anwohner bauten sie ab und verwendeten das Material zum Bau ihres eigenen Hauses. Um die Akzeptanz zu verbessern, will Durban jetzt in einem Versuch 500 Haushalten wasserlose Toilettenanlagen mit einem 20-Liter-Kanister für Urin zur Verfügung stellen. Einmal pro Woche wird der Behälter abgeholt und der Inhalt recycelt.





