Piazza vermutet, dass Raucher von der zerstörerischen Wirkung des Nikotins in der Regel nichts merken, weil die Substanz gleichzeitig aktivierend auf das Gehirn wirkt. Möglicherweise ist das Nervengift jedoch für die oftmals auftretenden Gedächtnisprobleme bei Menschen verantwortlich, die gerade mit dem Rauchen aufgehört haben.
Nikotin lässt offenbar Hirnzellen absterben und verhindert gleichzeitig deren Neubildung. Das fanden französische Forscher bei Tierversuchen heraus, berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner Online-Ausgabe.
Die Wissenschaftler um Pier Piazza von der Forschungseinrichtung “INSERM” in Bordeaux verabreichten Ratten sechs Wochen lang Nikotin. Die Konzentration der Substanz im Blut der Tiere entsprach dabei etwa der bei Rauchern. Nach sechs Wochen stellten die Forscher fest, dass im Gehirn der Tiere überdurchschnittlich viele Nervenzellen abgestorben waren und sich gleichzeitig die Menge an neuen Zellen halbiert hatte. Betroffen war der Hippocampus, der beim Menschen auf der Innenseite der Schläfenlappen liegt. Er gilt als Zwischenspeicher des Gedächtnisses, in dem Informationen ein paar Tage oder Wochen abgelegt werden, bevor sie in das Langzeitgedächtnis der Großhirnrinde wandern.
Andreas Wawrzinek





