Euro-Münzen werden in Hochglanzbroschüren als “Allergie-getestet” und “hypoallergen” bezeichnet. Untersuchungen zufolge geben 1- und 2-Euro-Münzen jedoch genauso viel Nickel ab wie bisherige Währungen. Zwar löst der Umgang mit dem Geld keine neue Allergie aus, empfindliche Menschen könnten aber leicht ein Kontaktekzem bekommen, warnt der Dermatologe Werner Aberer von der Universität Graz.
Rund zehn Prozent der Bevölkerung leidet unter einer Nickel-Allergie. An Hautstellen mit längerem Metallkontakt dringen Nickel-Ionen in die Haut ein und verursachen ein juckendes Ekzem. Schuld sind häufig Schmuckstücke mit schlecht ausgeführter Legierung.
In Europa enthalten 75 Prozent der sich derzeit im Umlauf befindlichen Münzen Nickel. Der Einsatz des Metalls begrenzt das Fälschungsrisiko auf ein Minimum. Aufgrund der Bedenken von schwedischer Wissenschaftlern, die sich für nickelfreie Münzen aussprachen, entschied die Europäische Zentralbank, sich bei der Verwendung des Metalls auf die 1- und 2-Euro-Münzen zu beschrenken. Bei den anderen Geldstücken wird eine nickelfreie Legierung namens “Nordisches Gold” eingesetzt.
Laut der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Union bestehen die 1- und 2-Euro-Münzen aus einer hochwertigen Legierung, deren Oberflächenbehandlung weitestgehend verhindern soll, dass Nickel-Ionen in die Haut diffundieren. Richard Rycroft, vom St. John’s Institute for Dermatology in London, hält die Aussage “hypoallergen” im Zusammenhang mit dem Euro dennoch für irreführend. Zuvor müssten wissenschaftliche Studien eindeutig belegen, dass die Münzen für die Gesundheit unbedenklich sind.
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Almut Bruschke-Reimer





