Neugeborene, die salziges Wasser mögen, haben einen etwas höheren Blutdruck als Babys, die klares Wasser bevorzugen. Am höchsten ist der Druck jedoch bei den neuen Erdenbürgern, die salziges Wasser mögen und außerdem noch eine Oma oder einen Opa mit hohem Blutdruck haben. Das berichtet das Magazin “Hypertension” der amerikanischen Herzgesellschaft (Online-Vorabpublikation 10.1161/01.HYP.0000029973.76439.AB).
Der Mediziner Stephen Zinner vom Mount-Auburn-Krankenhaus im amerikanischen Cambridge hat bei fast dreihundert gesunden Babys mit einem Hightech-Schnuller die Saugstärke bei verschiedenen Geschmacksrichtungen untersucht. Die Kinder bekamen entweder klares, salziges oder süßes Wasser.
Bei Kindern, die in den ersten drei Tagen nach der Geburt salziges Wasser mochten, fanden Zinner und seine Kollegen einen um etwa drei Millimeter Quecksilber erhöhten systolischen und diastolischen Blutdruck. Der systolische Wert, der bei Untersuchungen meist als erste Zahl genannt wird, gibt den höchsten Punkt in der Druckkurve an, der diastolische den niedrigsten Punkt.
Hatten die Kinder mir Vorliebe für Salziges wenigstens ein Großelternteil mit hohem Blutdruck, war der systolische Druck im Durchschnitt sogar fast sieben Millimeter höher, der diastolische fünf Millimeter. Vorlieben für süßes Wasser steht dagegen in keinem Zusammenhang mit dem Blutdruck, fanden die Forscher.
Bei vielen Menschen beeinflussen sich Bluthochdruck und der Genuss von Salz gegenseitig. Der genaue Wirkmechanismus ist Medizinern bisher jedoch ein Rätsel. Babys nach Vorlieben für Salziges zu untersuchen, sei daher noch kein geeignetes Mittel der Vorsorgeuntersuchung, betont Zinner.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





