Brustkrebs, das Mammakarzinom, ist mit einem Anteil von etwa 30 Prozent die häufigste Krebsart bei Frauen in der westlichen Welt. Für die Therapie einer bestimmten, häufig auftretenden Form dieser Krankheit hat sich nun ein relativ neues Medikament als wirksamer erwiesen als bisher übliche Methoden: Es handelt sich um den Aromatase-Hemmer Letrozol.
Bei Frauen nach der Menopause, die unter einem hormonabhängigen Krebs der Brust leiden, wirkt Letrozol besser als das bisher als Standardmittel eingesetzte Medikament Tamoxifen. Während nach viermonatiger Tamoxifen-Behandlung bei etwa 41 Prozent der Patientinnen der Tumor schrumpfte, zeigte sich ein solcher Behandlungserfolg bei 60 Prozent der Letrozol-Therapierten.
Letrozol verlangsamte die Zellteilungsrate ? und damit das Tumorwachstum ? effektiver als das Konkurrenzprodukt. Darüber hinaus mussten sich weniger mit Letrozol behandelte Patientinnen die Brust vollständig operativ entfernen lassen als mit Tamoxifen therapierte Frauen.
Mathew Ellis vom Duke University Medical Center in Texas, der die Studien mit seinem Team durchführte, ist von seinen Ergebnissen begeistert: “Letrozol blockiert die wachstumsfördernden Effekte des Hormons Östrogen auf Krebszellen viel besser als Tamoxifen. Östrogen ist bei bis zu 80 Prozent aller Mammakarzinome beteiligt. Deswegen ist eine Östrogen-Hemmung äußerst wichtig für die Behandlung.”
Der Wirkungs-Mechanismus beider Medikamente ist unterschiedlich: Letrozol hemmt das Enzym Aromatase, das für die Synthese von Östrogen verantwortlich ist. Frauen, die den Aromatase-Hemmer verabreicht bekommen, produzieren deswegen fast kein Östrogen. Somit können sich auf Östrogen angewiesene Tumor-Zellen nicht mehr teilen.
Tamoxifen hemmt dagegen nur Östrogenrezeptoren und hindert das Östrogen daran, an diese zu binden. Ein derartiger Mechanismus ist aber bei bestimmten Formen von Brustkrebs viel weniger effektiv, als wenn kein – oder fast kein – Östrogen hergestellt wird.
Der Test, der an 324 Frauen durchgeführt wurde, belegt eindeutig die Vorteile der Letrozol-Therapie. “Bevor die klinische Therapie umgestellt werden kann, muss die Methode aber an einer erheblich größeren Zahl von Patientinnen erprobt werden”, gibt Ellis zu bedenken.
Dr.Sebastian Messerschmid





