Israelische Wissenschaftler haben erfolgreich ein neues Medikament gegen Typ 1-Diabetes getestet. Das synthetisch hergestellte Peptid, ein niedermolekularer Eiweißstoff, verhindert die fortschreitende Zerstörung der Insulin bildenden Zellen und lässt die körpereigene Insulinproduktion wieder ansteigen. Über die Ergebnisse der Studie berichtet das Fachblatt The Lancet in seiner aktuellen Ausgabe.
Beim Diabetes mellitus vom Typ 1 zerstört das Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, so dass Insulin zugeführt werden muss. In der Studie wurden 18 Patienten in einem Zeitraum von sechs Monaten mit drei Injektionen des Peptids DiaPep227 behandelt. Danach stieg deren eigene Insulinproduktion um etwa 50 Prozent. “Das Peptid wirkt im Wesentlichen dadurch, dass es die fehlgeleiteten Immunzellen ‘umerzieht’ und deren zerstörerische Aktivität ausschaltet”, sagt Irun Cohen, Leiter des Forschungsteams am Weizmann Institut in Rehovot.
Der Wirkstoff ist ein Bestandteil des in allen Körperzellen vorkommenden Proteins HSP60, das unter verschiedenen Stressbedingungen gebildet wird. Er veranlasst bestimmte Lymphozyten dazu, entzündungshemmende Botenstoffe freizusetzen und verhindert damit die krankhafte Immunreaktion.
Joachim Czichos





