Kaum ein Material ist so vielseitig und haltbar wie Holz. Es kann beim Bau ganzer Häuser und Brücken eingesetzt werden, aber auch für Kleinmöbel, zur Isolierung oder als Stützmaterial. Bisher allerdings werden alte Holzteile kaum wiedergenutzt. Stattdessen werden sie zur Stromerzeugung verbrannt – wie in Deutschland meist der Fall. In einigen EU-Ländern wie Frankreich landet Holz sogar auf der Deponie. Im besten Fall werden die Holzteile gehäckselt und zu Spanplatten verarbeitet.
Upcycling statt Downcycling
Doch das muss nicht sein. Es wäre deutlich ressourcenschonender, wenn man gerade größere Holzteile weiternutzen würde. “Das Holz soll, bevor es letztendlich energetisch genutzt wird, nicht gleich im ersten Schritt zum Beispiel für Spanplatten zerkleinert werden. Beim Gebäuderückbau etwa fallen große Mengen Bauholz in hervorragender Qualität an, das sich prinzipiell recyceln lässt”, erläutert Peter Meinlschmidt vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI.
Im EU-Projekt “CaReWood”, kurz für Cascading Recovered Wood, haben die Forscher untersucht, wie sich gebrauchte Holzteile am besten wiederverwenden lassen. Wie das konkret aussehen kann, zeigt ein Beispiel aus Myanmar: Dort unterstützten die Wissenschaftler Restauratoren beim Recyceln der längsten Teakholz-Brücke der Welt, der U-Bein-Brücke. Ihre tragenden Balken werden derzeit sukzessive ersetzt. Doch die alten, teils zehn Meter langen Stämme werden nicht zerhäckselt oder verbrannt, sondern bleiben im Ganzen erhalten. Sie werden als Handgeländer genutzt oder zu Sitzbänken für den 1,2 Kilometer langen Fußgängerübergang umgebaut.
Test auf Chemikalien
Bevor ein Altholz allerdings für neue Zwecke genutzt und eingebaut werden kann, muss geklärt werden, wie stark das Holz mit Chemikalien belastet ist. Häufig enthält es entweder Kunststoffe wie PVC oder schwermetallhaltige Farben wie Bleiweiß auf den Oberflächen oder Holzschutzmittel wie DDT und PCB im Inneren. Bisher wurden solche behandelten Hölzer daher als potenziell belastet eingestuft und mussten laut Vorschrift verbrannt werden.
Doch Meinlschmidt und seine Kollegen haben nun neue Methoden entwickelt, mit denen sie genau prüfen können, wie stark und womit das Holz belastet ist – und wie weit die Belastung nach innen in das Holz hineinreicht. “Selbst in diesem oberflächlich kontaminierten Lignocellulosematerial befindet sich eine nicht unbeträchtliche Menge verwertbaren Holzes, das es durch adäquate Trenn- und Sortierverfahren zurück zu gewinnen gilt”, so Meinlschmidt.






