Ein verkürztes Gen könnte die Ursache für die Unfruchtbarkeit mancher Frauen sein. Das berichten britische Wissenschaftler der Imperial College School of Medicine in der Zeitschrift The Lancet.
Eine Hauptursache für Kinderlosigkeit wird darin vermutet, dass der frühe Embryo nicht in der Lage ist, sich in die Gebärmutter einzunisten. In einer Studie konnten El-Nasir Lalani und seine Kollegen jetzt nachweisen, dass Frauen, die an Unfruchtbarkeit unbekannter Ursache leiden, eine verkürzte Form des sogenannten MUC1-Gens besitzen. Dieses Gen ist für die Bildung eines Proteins verantwortlich, dass sich in der Schleimhaut der Gebärmutter befindet und möglicherweise für die Anheftung des Embryos notwendig ist.
Um den vermuteten Zusammenhang eindeutig nachzuweisen, muss zunächst die genaue Funktion des MUC1-Proteins aufgeklärt werden. “Das könnte uns dabei helfen, eine Strategie zu entwickeln, die die Implantation des Embryos ermöglicht und zu einer erfolgreichen Schwangerschaft führt”, sagt John White, einer der beteiligten Wissenschaftler.
Da die Größe des Gens auch zwischen Frauen unterschiedlicher geographischer und ethnischer Herkunft variiert, sind weitere, größere Studien mit internationaler Beteiligung geplant.
Joachim Czichos





